Seite 5 – Maschinenanlage

Blick in einen Maschinenraum
Abb. 5

Blick in einen Maschinenraum


Wir kommen jetzt in den einen Maschinenraum (Steuerbord).

Von diesen Maschinen befinden sich 3 Stück an Bord der S.M.S. Hansa, welche eine Stärke von 3600 Pferdestärken entwickeln.

Um diese hervorzurufen sind dementsprechend 18 Stück Dampfkessel und zwar Wasserrohrkessel eingebaut. Durch diese maschinelle Anlage wird dem Schiffe eine Geschwindigkeit von bis zu 22 Seemeilen beigegeben.

Die Kessel können bei völligem Erkalten in 25 – 30 Minuten unter Dampf gesetzt werden und sind somit in dieser kurzen Zeit manövrierfähig.

Was die Maschinen anbetrifft, so können alle drei untereinander verbunden werden, jedoch ist auch jede einzelne zum Manöver in Benutzung zu nehmen.

Die Maschinen an und für sich sind von sehr starker Bauart.(*)

(*) Gemäß  3) „Die Forschungsreise SMS GAZELLE 1874 bis 1876 und die Fahrten SMS HANSA und SMS SCHARNHORST”, wird allerdings eine bedeutend kritischere Einschätzung der Maschinenanlage der „Hansa“ abgegeben. Auf Grund des hohen Dampfdrucks von 18 atü kam es oft zu Undichtigkeiten an den Dampfrohrleitungen, die trotz aller Mühen nicht vollständig beseitigt werden konnten. Richtig gefährlich war jedoch die (oben beschriebene) Wasserrohrkesselanlage. Die „Hansa“ war zur Erprobung mit 18 „Belleville-Kesseln“ ausgerüstet worden. Diese Kessel hatten bei hoher Verdampfung nur noch einen geringen Wasserinhalt, was eine ständige Beobachtung durch das Heizerpersonal zur Folge hatte. Das Hauptproblem bestand hierbei darin, dass die Kessel aus mehreren Rohrelementen bestanden, von denen an den äußeren ein normaler Wasserstand angezeigt wurde, die inneren jedoch nur noch einen geringen oder gar keinen Wasserstand enthielten. Dieser Umstand führte dazu, dass am 17.10.1899 bei Singapore ein Kessel explodierte, wobei zwei Heizer tödlich verunglückten. 

Weitere Probleme bereiteten auch die Dynamomaschinen infolge unzureichender elektrischer Isolation. 


< Seite 4 / Seite 6 >