Seite 38 – Nahe dem Untergang

Ein zweiter bald dem Untergang nahestehender Fall ereignete sich auf der Fahrt nach Korea (Soul, Fussan, Tschinulpo)  im japanischen Meer.

Dort hatten wir auch ein Unwetter auszustehen, es begegneten uns mehrere Schiffe, welche Schiffbruch hatten und hatten Notflaggen gesetzt, jedoch konnte ihnen keine Hilfe gebracht werden.
Ein japanischer Küstendampfer zerschellte vor unseren Augen an dem Bug unserer „Hansa“, ohne daß wir ausweichen konnten. Es war fast völlige Nacht, (jedoch zur Mittagszeit).

Ein russischer kleiner Kreuzer kommt erst in unmittelbarer Nähe in Sicht, er hat keine Masten mehr, Backbordseite sind alle Geschütze über Bord, die Kommandobrücke fehlt zur Hälfte.
Er signalisiert, jedoch können wir selbst nicht helfen, es dauert nicht mehr lange und auch sie haben den Heldentod im ewigen Meer gefunden.

Auch wir hatten die Nase voll, aber es soll noch das Beste kommen, durch den kolossalen mehrtägigen Taifun haben sich große Sandbänke angehäuft, welche natürlich dann nicht auf der Karte sein können und ein kräftiger Ruck, das Schiff bebt in allen Fugen, wir sind aufgelaufen und sitzen fest.

„Alle Maschinen äußerste Kraft zurück“

 , es hilft nichts.
Es blieb uns weiter nichts übrig, als das Unwetter hier auszuhalten. Es wurden nun alle Schotten geschlossen gehalten. Die Wache an Deck musste sich festsurren und nun kommt manches unfreiwillige Bad. Eine Sturzwelle folgte der anderen, aber es heißt aushalten. Am anderen Morgen legt sich die See und bläht nach Lufseite ab.

Jetzt gehts an die Arbeit, gegen Mittag sind wir wieder flott, unser Schiff hat keinen großen Schaden erlitten , nur einige Kupferplatten des Rumpfes sind abgerissen.


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