Seite 14 – Tsingtau

Kasernen in Tsingtau
Abb. 17

Kasernen in Tsingtau


Es war in Süd Tshau-Tung (China), woselbst am 1.November 1897 die 3 deutschen Missionare – Nies, Henle und Stenz -, von heidnischen Chinesen (20 – 30 Mann) überfallen und zwei getötet wurden. Stenz entging durch Zufall dem Tode. [s. hierzu 5) Dornseif: Kiautschou-Tsingtau in Krieg und Frieden – Von der Ermordung deutscher Missionare bis zu Japans Invasion]  

Nun wurde von S.M. Kaiser Wilhelm die strengste Sühne an die chinesische Regierung gestellt.
Seine Majestät befahl nun dem damaligen Chef des Kreuzergeschwaders, Konteradmiral Diederichs, als Sühneforderung die Bucht von Kiautschou militärisch zu besetzen.

Am 14. November 97 wurde nun letzterer Befehl ausgeführt, man hatte auf starke Gefechte gerechnet und bereits 610 Mann und 30 Offiziere gelandet.
Jedoch wie staunte man, als man eine Ehrenkompanie antraf, statt kampfbereite Truppen.

Wiederum staunten auch die chinesischen Besatzungen, als ihnen die Besitzergreifung bekannt gemacht wurde, als Sühneforderung, bis eine staatliche Regelung stattgefunden hatte.

Es wurde ihnen eine eine dreistündige Frist gestellt zur Räumung, widrigenfalls die Deutschen von den Waffen Gebrauch machen müssten.
Allerdings machte die 2000 Mann starke Besatzung lange Gesichter, jedoch räumten sie ohne Blut zu vergießen. Nachmittags 2 1/2 Uhr wurde mit drei „Hurra’s“ auf S.M. im Ostfort die deutsche Flagge gehisst. Es sollte nun bald Verstärkung folgen, das gesamte Seebataillion sowie der Kreuzer S.M.S. „Deutschland“, „Kaiserin Augusta“ und „Gefion“ wurden auf Befehl seiner Majestät mit seiner königlichen Hoheit Prinz Heinrich von Preußen nach Ostasien – Kiautschou, beordert.
Am 15. Dez. 1897 erfolgte die Ausreise.


Unser Tsingtau sah allerdings damals ganz anders aus als heute, es waren mehrere nach europäischem Stil ausgebaute Forts und das eigentliche Chinesendorf Tsingtau, welches noch vorhanden war als ich im August 1900 das erstemal nach Kiautschou kam.
Selbiges haben wir dann zu artilleristischen Zwecken als Ziele benutzt und zerschossen.
Die Bewohner wurden von der Regierung angewiesen anderweitig wieder aufzubauen und wurden dann von der deutschen Regierung gut entschädigt und somit entstand ein Eingeborenen Stadtviertel und Europäer Stadtviertel.
Es wurden Kanalisation und Straßen gebaut, hat es auch viele Millionen Mark gekostet, so haben wir doch heute einen deutschen Hafen in China, welcher Hongkong (engl.) nicht viel nachgibt.

Tsingtau ist von einer hohen Gebirgskette umgeben. Zwei hochgelegene vorstossende Gebirge heißen der „Diederichsstein“ (Signalstation) und der „Iltisberg“.
Inzwischen sind starke Fortsanlagen eingebaut.

Unser obiges Bild zeigt Kasernenanlagen von der Marine-Artillerie; Feld-Batterie.


 

Tsingtau, Neue Kasernen an den Iltis-Bergen
Tsingtau, Neue Kasernen an den Iltis-Bergen
Panorama von Tsingtau um 1900
Panorama von Tsingtau um 1900

(Bilder aus Fotoalbum von Johannes Krohn)

Tsingtau im Sommer 1899 (Bild aus Tagebuch v. R. Weitzel)
Tsingtau im Sommer 1899 (Bild aus Tagebuch v. R. Weitzel)

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