Seite 12 – Chinesische Torpedoboote

Eingangstor zum Sommerpalast in Peking
Abb. 13

Eingangstor zum Sommerpalast in Peking


Eines der schönsten Kunstwerke in Peking, der Hauptstadt Chinas, ist das Eingangstor am Kaiserjahmen*Es ist ein schöner ausgeführter Kunstbau mit massiven Gold- und Silberverzierungen, welcher zum heiligen Jahmenpalast*, in welchem der Sohn des Himmels wohnt, führt.

Auf dem Bild ist vermutlich das Osttor zum neuen kaiserlichen Sommerpalast zu sehen. Im Hintergrund ist in der Bildmitte der eigentliche Palast mit dem Foxiangge Turm zu erkennen.

Über die Bezeichnung „Kaiserjahmen/Jahmenpalast“ lässt sich jedoch nur spekulieren. Es könnte sich abermals um eine Verwechslung handeln. Das Tor zur verbotenen Stadt, das „Tor des himmlischen Friedens“, heisst auf Chinesisch „Tiananmen“ und dies könnte vom Klangbild her als „Jahmen“ verstanden worden sein? 


Chinesisches Torpedoboot
Abb. 14

Chinesisches Torpedoboot


Unsere Aufnahme zeigt uns ein modernes chinesisches Torpedoboot.
Das ostasiatische Kreuzergeschwader (deutsch) lag auf der Reede vor Taku – Golf Tiluki.
Die chinesische Torpedobootsdivision lag im Peiho-Fluss in Deckung der Forts.

Es wurde nun den Kommandanten der chinesischen Torp.Division Befehl gegeben ein Seegefecht anzunehmen, oder die Flaggen zu streichen – Übergabe.

Der Kommandant lehnte letzteres ab.
Auf einmal kamen die Torp. Boote mit Volldampf angejagt, in einer Fahrt von mindestens 30 Seemeilen (i. d. Std.) , man sah nur, dass ein Durchbruchversuch geplant war, der gefährlich werden konnte. Vielleicht hatten sie uns einige Torpedos zugedacht.

Jedoch wurde die Sache gleich vereitelt, indem S.M.S. Gefion eine großartige Breitseite schoss und eines der Boote sofort mit Mann und Maus verschwand. Zwei andere Boote hatten auch Treffer erhalten und havarierten.

Nunmehr sah der Kommandant, dass alle Schiffe rettungslos verloren waren und ließ die Übergabe signalisieren.

Es wurden nun die Boote gleichmäßig als Beute verteilt und wir nahmen das neuste der Boote, welches erst vor 2 Jahren in Deutschland (Schichau-Werft, Danzig) gebaut worden war.

Unser obiges Bild zeigt das genommene Boot; selbiges war unbeschädigt geblieben. Es wurde nun mit in den Geschwaderverband eingereiht und von uns befehligt. Die chinesische Besatzung wurde an Land gebracht.

Das Boot war sehr gut gebaut und lief bei voller Fahrt 36 Seemeilen, jedoch war es im verwahrlostem Zustand und musste erst ein deutsches Kriegsschiff werden.


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